Skip to Content

Aufruf: Solidarität mit Tekel-Beschäftigten und dem Generalstreik in der Türkei

Seit Mitte Dezember protestieren rund 12.000 Beschäftigte des Tabakriesens TEKEL gegen die Folgen der Privatisierung des Unternehmens. TEKEL wurde schrittweise an das Tabakmonopol British American Tobacco verkauft. Kern der aktuellen Proteste bildet das Vorhaben der türkischen Regierung, landesweit 40 Produktionsstätten zu schließen und die rund 12.000 TEKEL-ArbeiterInnen in andere Betriebe zu transferieren.

Der Belegschaft drohen massive Gehaltskürzungen, der Verlust von tariflichen und sozialen Rechten sowie die Verankerung ungesicherter und befristeter Beschäftigungsverhältnisse. Die Gespräche zwischen der türkischer Regierung und den Gewerkschaften brachten kein Ergebnis. Jetzt machen die Gewerkschaften Ernst und rufen für den 4. Februar zu einem eintägigen landesweiten Generalstreik auf, um die TEKEL-ArbeiterInnen in ihrem Kampf zu unterstützen. Es geht jedoch nicht nur um die TEKEL-ArbeiterInnen, die trotz des Einsatzes von Wasserwerfern und
Pfefferspray durch die Polizei seit Wochen an ihrem Prostest festhalten. Dieser mutige und entschlossene Kampf für soziale Gerechtigkeit und Demokratie und gegen die neoliberale Wirtschaftspolitik hat längst den Großteil der Bevölkerung erreicht. Landesweit solidarisieren sich tausende Menschen mit den TEKEL-Beschäftigten für einen gesetzlichen Mindestlohn, gegen prekäre Beschäftigung, für das Verbot von Leiharbeit, für eine kostenfreie Gesundheitsversorgung und für die Abschaffung von Studiengebühren. Sie alle sind Teil des TEKEL-Protestes geworden und werden mit dem Generalstreik ihren Forderungen Nachdruck verleihen. KOMintern unterstützt den entschlossenen Arbeitskampf der TEKEL-ArbeiterInnen und den Generalstreik. Wir rufen alle FreundInnen, KollegInnen, MitstreiterInnen und GewerkschafterInnen zur internationalen Solidarität und zur finanziellen Unterstützung auf.

Aktueller Stand:
Am 64. Streiktag der Tekel-Arbeiter haben sich mehrere hunderttausend Arbeiter aus verschieden Bereichen mit einem eintägigen Generalstreik ihre Solidarität mit den Tekel-Arbeitern bekundet. Der Generalstreik, zu dem mehrere gewerkschaftliche Dachverbände aufgerufen hatten, zeigte ihre Wirkung in der ganzen Türkei. Besonders stark war die Teilnahme in den Städten izmir, istanbul und Ankara. Auch im Osten des Landes, wie z.B. in Diyarbakir, Gaziantep, Adana und Mersin wurden größere Aktionen gemeldet. Der Ministerpräsident Tayyip Erdogan erklärte den Generalstreik zu einer illegalen Aktion und drohte den Demonstranten mit gesetzlichen Konsequenzen, darüber hinaus rief er die Tekel-Arbeiter zur Aufgabe auf. Falls das bis Ende dieses Monats nicht geschehen sollte, würden die Polizeieinheiten den Platz vor der Türk-Is-Zentrale mit Gewalt räumen.
LINK: Video "Solidarität mit den TEKEL-Arbeitern!"