Wir bringen den Redebeitrag von KOMintern auf der am Samstag, den 28.11. stattgefundenen Kundgebung "Jetzt reicht´s uns mit eurer Krise" vor dem Haus der Industrie am Schwarzenbergplatz:
Wer zahlt schafft an!
Dieser Spruch wird meistens von den Reichen in den Mund genommen, um zu signalisieren, dass wir als einfache ArbeiterInnen, StudentInnen, SchülerInnen oder Lehrlinge nichts mitzureden haben.
Heute wollen wir den Spieß einmal umdrehen.
Denn wer zahlt den in Wahrheit für diese kapitalistische Krise, in die wir Dank euch ihr da oben geraten sind.
Die Regierung und der Sozialminister verteilen Geschenke in Milliardenhöhe an die Banken und Konzerne, die aus Mitteln der sozialen Sicherungssysteme und aus dem Steueraufkommen finanziert werden. Die Arbeitslosigkeit steigt permanent.
Gegenwärtig steuern wir auf eine Arbeitslosenzahl von 400.000 zu. Hinzu kommen etwa 50.000 Menschen in Kurzarbeit und eine versteckte Arbeitslosigkeit, von der noch mal bis zu 100.000 Personen betroffen sind.
Am 28. März dieses Jahres gingen mehr als 20.000 Menschen in Wien auf die Straße um für einen Systemwechsel zu demonstrieren. Berechtigter Slogan war damals: „Wir zahlen nicht für eure Krise!“
Doch heute steht fest! Wir zahlen längst für diese Krise aus unserer eigenen Tasche. Doch damit nicht genug: schon werden die kommenden Sparpakete geschnürt. Die von Finanzminister Pröll lancierte Diskussion zum „Transferkonto“ deutet schon darauf hin.
Aus diesem Grund haben wir uns, als Kommunistische Gewerkschaftsinitiative – International, bereits im August in einem offenen Brief an alle UnterstützerInnen des 28. März gewannt. Ein kämpferischer Teil dieser Plattform hat sich auch heute wieder eingefunden. Ich danke euch für euer Kommen!
Andere, wohlgenährte Organisationen wie ATTAC oder die Gewerkschaften sitzen währenddessen im warmen Stübchen und lassen die Menschen in der Kälte stehen.
Diese Schönwetterdemonstranten suhlen sich lieber in der medialen Öffentlichkeit, statt tagtäglich für die Rechte der arbeitenden und lernenden Bevölkerung auf die Straße zu gehen.
Doch immer mehr Menschen erkennen, dass sie sich auf die Leute an den „Grünen Tischen“ und die „institutionalisierten Phrasendrescher“ nicht verlassen können. Die StudentInnen haben es diesen Herbst gezeigt, dass sie ihre Zukunft nicht anderen überlassen. Auch immer mehr Werktätige erkennen, dass ihr Schicksal in ihren eigenen Händen liegt.
Immer lauter wird der Ruf nach Gerechtigkeit und Umverteilung, immer lauter wird der Ruf nach einer Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum, immer lauter wird der Wunsch nach einer Veränderung dieser Gesellschaft.
Und eines Tages werden wir da oben sitzen und sagen: „Wer zahlt, schafft an! Wir, die für den Reichtum dieser Gesellschaft schuften, geben die Richtung vor! Jetzt reicht´s uns mit eurer kapitalistischen Gesellschaft!“
Deshalb: Auf auf zum Kampf, Vorwärts zum Sieg!
Photos von der Kundgebung gibt´s auf jetztreichtsuns.blogspot.com