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KOMintern aktiv!

Beim Aktionstag des Sozial- und Gesundheitsbereichs am 14.1.2010 war natürlich auch KOMintern aktiv dabei. 
Folgenden Text verteilten wir als Flugblatt auf der Wiener Demo:

Beschäftigte des Sozial- und Gesundheitsbereichs:
Arbeiten nicht zum Schnäppchenpreis!

Der heutige Protest zeigt eines: Es reicht! Seit Jahren werden die Arbeitsbedingungen im Sozial- und Gesundheitsbereich immer schwieriger: Der Arbeitsdruck steigt, an allen Ecken und Enden werden Personal und Ressourcen eingespart, die zu betreuenden Menschen aber immer mehr. Zwar wurde in den letzten Jahren der Sozial- und Gesundheitsbereich deutlich ausgebaut, aber oft auch auf Kosten der Arbeitsbedingungen.
In Folge knapperer Budgets hält die Anzahl der Beschäftigten oftmals nicht mit der wachsenden Zahl der zu Betreuenden sowie den Anforderungen an die Tätigkeiten Schritt.

Diese Leistungsverdichtung führt zu einer Dauerüberlastung. Fehlende Personalressourcen, erhöhter Zeitdruck, mangelhafte Entlastungsangebote, fehlende Mitbestimmungsmöglichkeiten etc. führen bei vielen Beschäftigten zu Stresssymptomen bis hin zum BurnOut.
Es ist offen gesagt eine Schweinerei, dass die Beschäftigten, die sich schon über die Grenzen des Aushaltbaren selbst ausbeuten, teilweise nun nicht einmal die Inflation ausgeglichen bekommen sollen.
Im Sozial- und Gesundheitsbereich verdient man durchschnittlich um 20% weniger als in anderen Branchen. Dazu gibt es zusätzlich noch massenhaft Teilzeitverträge, nicht bezahlte Mehr- und Überstunden, physisch und psychisch krankmachende Arbeitsbedingungen, ...

Im – trotz Wirtschafts- und Finanzkrise - viertreichsten Land der EU muss genügend Geld da sein, um auch im Sozial- und Gesundheitsbereich Löhne und Gehälter zahlen zu können, von denen man gut leben kann!

Der heute Protest ist immens wichtig.  Denn nur am Verhandlungstisch allein wird sich nichts nach vorn bewegen.  Dass Proteste viel bewirken können, zeigen die Verbesserungen im Wr. Kindergartenbereich: Ein Plus von bis zu über 200.- Euro im Monat mehr und verbesserte Arbeitsbedingungen waren das Resultat nach einem Herbst voller Proteste und Demos.

Wichtig ist nun, dass der Druck auf die EntscheidungsträgerInnen weiter aufgebaut wird. Bei der nächsten Verhandlung müssen die GewerkschaftsverhandlerInnen hart bleiben und  dürfen sich nicht einkochen lassen. Wir wollen mehr - denn unsere Arbeit ist mehr wert!

Wir fordern:

  • eine überdurchschnittliche Gehaltserhöhung für 2010!
  • eine generelle Anhebung der Löhne und Gehälter um +20 % !
  • bessere finanzielle Ausstattung des Sozial- und Gesundheitsbereichs für mehr Personal und Ressourcen!

Das Flugblatt zum Download findest du hier!
Photos von der Demo gibt´s auf: netzwerke.oegb.at/br_wiener_kinderbetreuung