Die Dienstleistungsgesellschaft ist unsere Zukunft, heißt es, und die USA
sind wie so oft das leuchtende Beispiel. Wie aber sieht das amerikanische
Jobwunder für diejenigen aus, die als Billiglohnarbeiter schuften? Barbara
Ehrenreich hat dies im Selbstversuch erfahren: als Altenpflegerin,
Putzfrau, Kellnerin und im Verkauf. Alles zu niedrigsten Löhnen. Und es
ist ihr nur unter großen Mühen -- manchmal auch gar nicht -- gelungen, von
diesem Geld zu leben.
Ein Buch in der Tradition berühmter Sozialreportagen, das ins Herz der
Gegenwart trifft: Ehrenreich hat den Geschmack jenes Lebens versucht, das
auch hierzulande viele Politiker der rechteren Mitte gern verordnen
möchten. Ehrenreich berichtet dabei aber über weit mehr als über Kellnern
und Putzen. Arbeit poor handelt von etwas, das jede/n betrifft, der sich
durch Arbeit ernähren muss: nämlich vom weltweiten und ganz allgemeinen
Verfall des Preises für die Ware menschliche Arbeitskraft.
Ein Buch mit einer deutlichen Warnung: Was unten geht, geht bald auch in
der unteren Mitte und noch weiter oben: Zwei gute Gehälter reichen
bekanntlich bereits heute in den USA gerade so zum Leben, wenn Kinder zu
erziehen sind. Und, ganz klar, was in den USA Sache ist, kommt auch zu
uns. Der ergänzende Essay über Niedriglohnjobs in Deutschland von Horst
Afheldt zeigt, wo wir bereits jetzt angelangt sind.
Auch wenn man vergeblich nach dem Überlegen von möglichen Lösungsansätzen
sucht, das Thema Gewerkschaft oder allgemein kollektive Organisierung nur
unter ferner liefen vorkommt und ein grundsätzlicher antikapitalistischer
Ansatz fehlt – ein Buch, das spannend und trotz des ernsten Themas
erfrischend in einem Zug zu lesen ist.
Restexemplare des Buches sind derzeit um nur € 3.- bestellbar beim Neue
Impulse – Verlag:
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