Hatte die Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) in der konstituierenden Sitzung der Wiener Arbeiterkammer vor den Drohungen der Freiheitlichen Arbeitnehmer (FA) kapituliert, Beschlüsse anfechten zu wollen, und deshalb keine Anträge zur Abstimmung gebracht, treiben es die Sozialdemokraten in der AK-NÖ noch bunter. Sie wählten gleich einen Strache-Mann zum Vorsitzenden des Kontrollausschusses.
„Hier handelt es sich um eine neuerliche Symbolhandlung der SPÖ“ kommentiert der Wiener AK-Rat der Liste KOMintern diese Entscheidung: „So wie es keinen Nationalratspräsidenten Graf ohne die Stimmen der SPÖ-Abgeordneten gegeben hätte, so wie die SPÖ in Kärnten seit langem mit der Haider-Bande packelt, so geht sie auch in der AK-NÖ konsequent den Weg der Kooperation mit den Freiheitlichen weiter“.
Die niederösterreichische AK-Rätin der grünalternativen AUGE/UG, Renate Partei kritisiert die FSG-Entscheidung scharf: „Die Freiheitlichen und ihre ArbeitnehmerInnenorganisation gehören isoliert, nicht auch noch integriert und aufgewertet. Freiheitliche ArbeitnehmerInnenpolitik besteht vor allem darin, ständig ausländischen KollegInnen die Schuld für alles und jedes zu geben, durch gewerkschaftliches Engagement sind sie jedenfalls noch nicht aufgefallen, nicht in Niederösterreich und auch nicht sonst wo.“
„Jetzt fehlt noch, dass Tumpel in der AK-Wien auch auf solche Ideen kommt“ ergänzt Otto Bruckner, denn in Wien habe sich der Kotrollausschuss noch nicht konstituiert. KOMintern ist im Kontrollausschuss der Wiener AK nur mit beratender Stimme vertreten, aber „diese Stimme wird klar und deutlich gegen etwaige Pläne der FSG protestieren, hier auch die Strache-Leute aufzuwerten“ betonte der AK-Rat der Liste KOMintern.